Torte Nr. 1: Eierlikörtorte

Ihr Lieben,

nachdem ich eben die beiden kleineren Rezepte des Freitags beschrieben habe, fange ich jetzt mit dem großen "Torten-Spezial" an und ich erstelle die Beiträge nach meinem eigenen Zufriedenheitsgrad der Ergebnisse.


Also, auf Platz 3 die "Eierlikörtorte mit Waffelröllchen":



Über das Rezept war ich bei Chefkoch gestolpert und fand es toll. Besonders, weil ich sofort an das Eierlikörrezept aus dem Vorjahr dachte und deswegen ja bereits morgens den Eierlikör gemacht hatte.

Für den Teig sollte man 3 Eier mit Wasser verrühren, wobei ich das Wasser durch Rum ersetzt habe (ich finde, dass Rum nie schadet). Dann soll man 90g Zucker, 70g Mehl und 20g Kakaopulver darauf sieben, verrühren und die Masse in einer Springform bei 175° C 20 Minuten backen. Das klappte alles problemlos.

Als es darum ging, die Eierlikörsahne zu machen, klappte das Rezept weniger. Man sollte acht Blätter Gelatine einweichen und in der Zwischenzeit 100g weicher Butter, 100g Puderzucker und 2 Päckchen Vanillezucker (bei mir zwei große Esslöffel des selbstgemachten) cremig rühren. Darunter werden 250ml Eierlikör und drei Eigelb gemischt. Dann sollte die Gelatine ausgedrückt und erhitzt werden und unter die Likörmasse gerührt werden. Obwohl ich eigentlich eine ganze Weile gewartet habe, damit ich die Gelatine nicht heiß unterrühre und nicht Gefahr laufe, dass die Masse gerinnt tat sie genau das - sie wurde krisselig.

Da ich weder Zeit noch Zutaten hatte, die Masse noch einmal neu zu machen, versuchte ich es zu retten. Am Rande des ersten - und einzigen- Nervenzusammenbruchs passierte und pürierte ich die - geschmacklich einwandfreie - Masse und fuhr mit dem Rezept fort. Laut Rezept sollte man 500 g Schlagsahne steif schlagen, 3/4 davon unter die Masse ziehen und den Rest für die Dekoration nutzen. Da mir das viel zu viel Sahne war, habe ich die Menge etwas reduziert, auf Dekorationssahne gänzlich verzichtet und nur rund 350g Sahne verwendet und untergehoben. Außerdem sollte man die 3 übrigen Eiweiß steif schlagen und ebenso unterheben.



Dann habe ich wie im Rezept beschrieben die Waffelröllchen (2 Packungen) entlang der Form am Tortenboden aufgestellt, abwechselnd mit der Schokoseite und der Waffelseite nach oben, habe die Likörmischung eingefüllt und ein wenig Zartbitterschokolade über die Torte gehobelt. Sie sah so wirklich schön aus und auch die Konsistenz sah ich als gerettet an...


Am nächsten Tag überprüfte ich kurz, ob die Masse festgeworden ist - erfolgreich!- und las noch einmal ein paar Kommentare unter dem Rezept durch. Ein Nutzer schrieb, dass er die Torte bereits am Vortrag zubereitet habe und, dass ihm die Waffelröllchen total aufgeweicht seien. Schreckerfüllt stürmte ich zum Kühlschrank um genau das festzustellen: Alle Waffelröllchen, die mit der Waffelseite die Torte berührt hatten, waren vollkommen durchweicht. Also entfernte ich den Rand der Form, entfernte alle entsprechenden Waffelröllchen und tauschte sie durch neue Waffelröllchen aus - gut, dass ich eine Packung in Reserve hatte!


Ich habe für die Eierlikörtorte kaum Rückmeldung bekommen. Ich tippe darauf, dass die Gäste einfach sehr höflich waren und deshalb statt diese Torte zu kritisieren die anderen, gelungeneren Torten gelobt haben. Meine liebe Theaterleiterin Susanne traf es allerdings auf den Punkt als sie sagte, ihr habe der Boden nicht sehr gefallen und die Masse habe ihr zu wenig nach Eierlikör geschmeckt. Da stimmt ich ihr absolut zu, der Boden schmeckte nicht sonderlich gut (er war ein wenig "pappig") und die Creme war mir zu sahnig und viel zu wenig "eierlikörig". Ich war von dieser Torte also wirklich recht enttäuscht. Trinken wir also lieber den leckeren Eierlikör und ich erfinde einfach ein besseres Tortenrezept, das dem Eierlikör würdig ist.

Alles Liebe,

Eure Marie-Louise

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