Englandurlaub - Teil 1

Wir sind zurück aus unserem Urlaub! Elf Tage durchreisten Johann und ich ich mit dem Cabrio England. Wir starteten nach der Fährfahrt in Dover, reisten die Südküste entlang bis etwa Littlehampton, fuhren dann über Salisbury und Bath nach Bristol, machten einen kurzen Abstecher nach Wales, fuhren weiter nach Oxford und von dort über Salisbury zurück nach Eastbourne und Dover.
Wir übernachteten in Bed-and-Breakfast-Unterkünften und aßen überwiegend in Pubs.

Einen kulinarischen Reisebericht zu schreiben ist schwierig. Deshalb habe ich beschlossen, Euch stattdessen drei thematische Einblicke in unsere Reise zu geben. Und hier ist der erste Bericht:

Unser Lieblingsrestaurant


Wie kann man es während eines Roadtrips schaffen, ein Lieblingsrestaurant zu finden? Ich erzähle es Euch! Nach den ersten Tagen an der Südküste Englands fanden wir eine Unterkunft, die uns wirklich gut gefiel und die wir direkt für zwei Nächte buchten: Das Old Mill House in Salisbury. Es war dort einfach wunderschön und wir fühlten uns sofort wohl. Für den ersten Abend gab Maggie, unsere Gastwirtin, uns den Tipp, im "The Pelican Inn" zu Abend zu essen. Wir fuhren die 4 km mit dem Auto hin und fanden es ganz gemütlich. Ein Blick auf die Karte und wir entschieden uns erstmals für eine Vorspeise, die wir uns teilen wollten: "Poached Mussels in a Garlic, Cream & White Wine Sauce". Die Muscheln kamen und wir teilten. Und genossen. Die Muscheln waren so, so, so gut (und so schnell weg, dass die Kamera zu langsam war).


Wir hatten die Hauptspeisen schon bestellt (anderenfalls hätte ich mir eventuell einfach mehr Muscheln bestellt) und so gab es für den Herrn die Fish'n'Chips und für mich einen Enten-Feigen-Ziegenkäse-Salat mit frischem Brot und Zwiebel-Cranberry-Chutney.

Das Verhältnis von schnödem Salat (der Grund, warum ich so selten Salate bestelle...Grünzeug kann jeder auf einem Teller stapeln!) zu den tollen Zutaten war absolut ausgewogen und die Kombination von Entenbruststreifen (außen knusprig, innen saftig!) mit süßen Feigen und kräftigem Ziegenkäse...herrlich! Absolut umwerfend.

Am nächsten Abend wollten wir eigentlich ein Pub besuchen, was nur wenige Schritte von unserer Unterkunft entfernt lag, weil mein Freund ungerne fahren und lieber lokale Ales probieren wollte. In jenem Pub angekommen war es allerdings ungemütlich, grell und die Karte absolut nichtssagend. Wir sehnten uns nach dem Essen vom Vorabend und liefen kurzerhand wieder zurück zum Auto und fuhren erneut ins Pelican Inn. Eine Vorspeise gönnten wir uns diesmal nicht, aber jeder ein tolles Hauptgericht, ich mit alkoholfreiem Ginger Beer und er mit lokalen Ales - ich durfte also fahren.

Johann entschied sich für das "Slow Roasted Rump of Lamb served with Red Onion Marmalade & Rosemary Sauce", eine gute Wahl (ich durfte probieren um mich davon zu überzeugen).


Dennoch war meine Wahl noch besser! Ich wählte die "
Medley of Seafood Tagliatelle with Cream, Garlic & White Wine Sauce served with Homemade Bread".


Wie schon am Vorabend war das Verhältnis (diesmal) von Nudeln und Meeresfrüchten phänomenal. Fischstücke, Muscheln, Garnelen, Gemüse, und - huch, eine Nudel! Für mich war das wirklich großartig, zumal es noch das tolle hausgemachte Brot (diesmal mit Kräutern und Oliven im Teig!) zum Aufsaugen der Sauce gab. Die Sauce selbst war hervorragend! Eine Kombination aus Weißwein, Sahne und Knoblauch, aromatisch, aber nicht zu aufdringlich, und die Fischaromen toll unterstützend. Dazu das Gemüse, das wir schon am Vorabend in den Muscheln entdeckt hatten: Samphire, hier auch Queller genannt (wie meine Mama zu berichten wusste). Ein zartes grünes Gemüse, das mit seinen Verzweigungen ein wenig wie Rosmarin aussieht, aber einen ganz eigenen Geschmack hat, mich ein wenig an grünen Spargel erinnerte. Dieses Gemüse passte perfekt zur Tagliatelle und alles in allem führte es dazu, dass ich diese Tagliatelle als die beste meines bisherigen Lebens betitelte. Ich bin bei sowas eigentlich sehr vorsichtig. Aber ich erinnere mich an keine bessere.

Nachdem wir Salisbury verlassen hatte, führte uns unser Weg nach Bath, Bristol, Cardiff und Oxford. Da besonders die letzgenannte Stadt für uns mit herben Enttäuschungen einherging suchten wir Aufmunterung, als wir sie verließen. Wir fuhren ins wunderschöne Avebury, wo wir eine ganz wundervolle Landschaft erlebten und spontan bei Maggie in Salisbury anriefen und sie nach einem Zimmer fragten. So bekamen wir nach drei Tagen unser altes Zimmer noch einmal für eine Nacht und aßen abends noch einmal im "The Pelican Inn".

Wir bestellten uns zur Feier des Tages jeder eine Vorspeise und teilten beide. Die Krabbenküchlein waren heiß, saftig und aromatisch.


Die Leberpastete mit dem uns schon bekannten Zwiebelchutney war ebenfalls sehr gut. Doch dann machte ich einen Fehler, den ich sehr bereute. Ich entschied mich erneut für die so sehr geliebte Tagliatelle. Dass diese auch auf der Tageskarte stand, hatte ich zwar gesehen, mich aber nicht davon hindern lassen.

Schon beim Servieren machte sich das gemeine Gefühl der Enttäuschung breit. Das Fisch-Nudel-Verhältnis war ein eher gewöhnliches, der Samphire fehlte und wurde durch viele andere Kräuter ersetzt. Das änderte aber auch den Geschmack, den ich oben so lobend beschrieben habe. Noch immer handelte es sich um ein leckeres Nudelgericht. Aber eben...lecker. Nicht phänomenal, großartig, wunderbar. Hätte ich doch bloß die Tagliatelle in meiner Erinnerung behalten und stattdessen die "Roasted Chicken Breast Filled with Blue Cheese Wrapped in Parma Ham, served with a Leak Sauce" probiert. Dennoch ändert auch dieses Gericht nichts daran, dass es sich beim "The Pelican Inn" um das beste Restaurant unserer Reise handelt, ich dort zumindest einmal die beste Tagliatelle überhaupt hatte und viele genussvolle Momente. Bei unserem nächsten Urlaub in der Region werden wir mit Sicherheit dort vorbeischauen, und ich werde den Koch fragen, ob seine Tagliatelle wieder umwerfend ist - und wenn ja, dann bestelle ich sie, ganz sicher!

So, nun komme ich langsam wieder in meiner eigenen Küche an. Es gibt noch zwei Themen unseres Urlaubs, von denen ich Euch bei Gelegenheit erzählen möchte. Da diese aber auch mit Rezepten einhergehen sollen, kann es sein, dass es noch ein wenig dauert, bis die Blogeinträge erscheinen und es vielleicht in der Zwischenzeit noch das ein oder andere Gericht geben wird. Aber die England-Berichte kommen, versprochen!

Bis dahin alles Liebe,

Eure



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