New York: Kapitel 1: Challah mit Feigen

Dies ist der erste Beitrag zur Rezension des Buches "Eine kleine Küche in New York" von Deb Perelman

Guten Morgen!

Zum Frühstück in New York – na, wie klingt das? Großartig, oder?

Ich jedenfalls bin ganz begeistert von der Idee. Mit einem umfassenden Frühstückskapitel startet auch Deb Perelmans Buch. 17 verschiedene Rezepte kann man hier finden, sowohl süß als auch deftig. Und ein Rezept klingt besser als das nächste und so fiel mir die Wahl gar nicht so leicht. Ich entschied mich aber für das Rezept, das mir am außergewöhnlichsten erschien:

Challah mit Feigen, Olivenöl und Meersalz


 Challah mit Feigen, Olivenöl und Meersalz

Zu Beginn des Rezeptes erzählt Deb Perelman viel über die Entstehung und die Bedeutung dieser Challah, was sich, wie jeder ihrer Texte, extrem gut liest. Davon abgesetzt folgt dann das eigentliche Rezept, das sich über drei bebilderte Seiten zieht. Sie unterscheidet in der Anleitung zwischen Teigzubereitung mit dem Standrührgerät und der Teigzubereitung mit der Hand. Ich habe das Handrührgerät genommen und mich nach der Anweisung für's Standrührgerät gerichtet, was gut klappte.

Die Zutaten sind gut abgesetzt, sodass man sie direkt sehen kann. Die Liste für dieses Rezept ist sehr lang; es handelt sich ja aber auch um ein extravagantes Rezept. Die Mengenangaben sind überwiegend in Tassen angegeben, in Klammern stehen aber auch noch einem Grammangaben dabei, was sehr praktisch ist.

Für einen Laib braucht man:

7 g Trockenhefe
85 g Honig (plus 1 weiteren TL Honig)
160 ml warmes Wasser
80 ml Olivenöl (plus etwas mehr für die Schüssel)
2 große Eier
2 TL grobes Meersalz (alternativ 1,5 TL normales Salz)
500 g Weißmehl

155 g Trockenfeigen
1/8 TL Orangenschale
120 ml Wasser
60 ml Orangensaft
1/8 TL Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1 großes Ei
Meersalz

Zubereitung:

Hefe, 1 TL Honig und 160 ml lauwarmes Wasser vermischen und ruhen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden.
Den restlichen Honig, das Olivenöl und die 2 Eier dazugeben, Salz und Mehl hinzufügen und verrühren, bis sich ein Teig gebildet hat. 5–8 Minuten kneten, dann in eine mit Olivenöl gefettete Schüssel geben, abdecken und 1 Stunde gehen lassen.

In der Zeit die Feigenpaste zubereiten. Dafür die Feigen entstielen, kleinschneiden und mit der Orangenschale, Wasser, dem Orangensaft, Salz und einer ordentlichen Portion Pfeffer in einem Topf bei mittlerer Hitze aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen, bis die Feigen weich sind. Etwas abkühlen lassen und im Mixer pürieren. Weiter abkühlen lassen.

Wenn der Teig aufgegangen ist, auf einer bemehlten Arbeitsplatte durchkneten und in zwei Teile teilen, einen Teil zur Seite legen. Den anderen Teil zu einem Rechteck ausrollen und mit der Hälfte der Feigenpaste bestreichen. Dann der Länge nach zusammenrollen und die Teigrolle dann behutsam in die Länge ziehen, sodass man einen langen Strang erhält – etwa 90 cm, gibt Deb Perelman an. Diesen Strang dann teilen und beide Stränge zur Seite legen. Mit dem zweiten Teigteil wiederholen, sodass man am Ende vier Stränge à 45cm hat.

Nun muss man die Challah flechten. Ich habe überhaupt keine Hemmung für die Anleitung auf Deb Perelmans tollen Blog zu verweisen, dort findet man recht mittig die bebilderte Anleitung, wie sie auch im Buch zu finden ist. Besser könnte ich es keinesfalls beschreiben. Trotzdem helfen ein paar Wort sicherlich, dafür zitiere ich aus dem Buch:

"Je zwei Stränge nebeneinanderlegen, einmal senkrecht, einmal waagerecht, und zwar so, dass sie sich in der Mitte überkreuzen. So miteinander verweben, im Uhrzeigersinn, dass jeweils ein Strang den nächsten überlappt, bis ein achtbeiniger Oktopus mit einem verwobenen Kopf entstanden ist. Nun die vier Beine nehmen, die unterhalb von der Mitte ausgeen, und über das Bein zu ihrer Rechten führen –  es sozusagen überspringen. Jetzt die Beine nehmen, die zur rechten lagen, und über das jeweils andere Bein führen, diesmal nach links. Je nachdem, wir lang Ihre Stränge sind, können Sie diese Sprünge nach rechts und links wiederholen, bis die Stränge aufgebraucht sind. Zum Schluss die Ecken und eventuelle Höcker mit den Handkanten unter den Teig drücken, bis ein großer runder Kloß entsteht."

die Teigstränge in Ausgangsposition
die fertig geflochtene Challah

Ich war beim Falten selbst so nervös, dass ich dabei vergessen habe, die Schritte festzuhalten.

Wenn man das Falten absolviert hat, die Challah auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Das Ei verquirlen und die Challah damit ebstreichen. Dann muss der Teig ein letztes Mal für eine Stunde gehen (ich allerdings habe den Teig fertig geflochten über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, was auch wunderbar klappte).

Die Challah dann bei 170 Grad Umluft für 35–40 Minuten backen. Wenn sie droht zu dunkel zu werden, mit Alufolie abdecken. Deb Perelman gibt an, dass die Challah eine Kerntemperatur von 90 Grad haben sollte; das war bei mir nach rund 45 Minuten der Fall. Rückblickend betrachtet hätten ihr weitere fünf Minuten aber auch nicht geschadet.

 Challah mit Feigen, Olivenöl und Meersalz

Das Ergebnis


Nach 45 Minuten und trotz 90 Grad Kerntemperatur war der Teig innen noch etwas 'knätschig', was mich aber persönlich nicht sehr stört. Trotzdem: 5 Minuten länger hätten nicht geschadet.
Das Aussehen begeisterte mich auf jeden Fall, so geflochtenes Hefebrot sieht einfach immer toll aus. Besonders der Anschnitt erregte natürlich Aufsehen, da sich feine Feigenlinien durch den Teig ziehen.

die Challah im Anschnitt

Geschmacklich war die Challah toll! Süß, aber nicht zu süß, ein bisschen herb, ein bisschen fruchtig. Man kann die Challah gut pur, mit Butter oder Frischkäse, aber auch kräftiger mit Wurst oder Käse essen. Ich habe sie auch noch mit einer Kirsch-Pflaumen-Marmelade probiert, die ich von meinem Papa bekommen habe, und auch das war köstlich.
Die Challah konnte auf jeden Fall die ganze Familie überzeugen und darf ausdrücklich ins Standard-Repertoire übernommen werden.

Zum Umgang mit dem Buch:


Das gibt es leider ein kleines Manko:
Die Zutaten und deren Mengen stehen auf Seite 1. In den Anweisungen auf den Seiten 2–4 werden die Mengen dann nicht mehr genannt und so muss man ständig blättern.
Außerdem sind die Anweisungstexte ebenfalls sehr lang und ausformuliert, sodass man nicht auf einen Blick feststellen kann, wo man gerade ist.

Was steht aus diesem Kapitel noch auf der Liste für die Zukunft?

 

Ehrlich? Vieles! Ein Rezept liest sich besser als das nächste. Ganz besonders interessieren mich aber noch die "weichen Brötchen mir Ahornsirup und Schinkenspeck" und der Frühstücksauflauf.

Fazit:

 

Ich liebe Frühstücksrezepte! Und hier interessieren mich so viele...ein Traum! Die Challah war definitiv außergewöhnlich und lecker, wenn auch aufwändig.

Ein toller Auftakt!

Ich bin gespannt auf das nächste Kapitel – Salate. Ob mich das als nicht sehr salataffiner Mensch erreichen kann?

Seid mit mir gespannt!

Eure







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