Zitronentorte mit Lemon Curd-Füllung

Am letzten Wochenende hatte mein kleiner Bruder seinen ersten Geburtstag und wurde an diesem besonderen Tag getauft. Wenn das kein Grund für eine extratolle Torte seiner großen Schwester ist! Ich habe mich ordentlich ins Zeug gelegt um ihn zu beeindrucken. Ob das geklappt hat, da bin ich mir nicht ganz so sicher. Er war doch ziemlich überfordert, mit so vielen Menschen um sich herum. Aber der restlichen Familie hat die Torte ausgesprochen gut gefallen!


Es war meine allererste Fondant-Torte und ich war dementsprechend auch ziemlich nervös. Unter der gepunkteten Decke befindet sich ein lockerer Zitronen-Buttermilch-Teig, gefüllt mit Lemon Curd. Da sich Lemon Curd und Fondant aber nicht vertragen würden (da muss man aufpassen, da einige Füllungen dazu neigen das Fondant aufzulösen!) habe ich mich noch für eine Vanille-Buttercreme zum "abdichten" entschieden. Trotz dieser Buttercreme war die Torte sehr leicht, erfrischend fruchtig und nicht zu mächtig. 

Bei allen Komponenten meiner Torte habe ich mich übrigens grob an Rezepte von Torten-Göttin Sally gehalten.

Leider hat keiner daran gedacht ein Bild vom Anschnitt zu machen. Erst bei den Torten-Resten fiel es mir (abends, natürlich!) ein und ich habe immerhin ein Bild vom letzten Stück machen können.


Zutaten für eine 23cm-Torte, 16 Stücke:

Für die Böden:

4 Eier
200 g Zucker
1 Prise Salz
200 ml Sonnenblumen-Öl
200 ml Buttermilch
Abrieb und Saft einer großen Bio-Zitrone
300 g Mehl
100 g Stärke
1 P. Backpulver

Zubereitung:

1. Zwei Springformen von je 23cm Durchmesser einfetten und mit Backpapier auslegen. Wenn man so wie ich nur eine Springform dieser Größe besitzt, dann macht das gar nichts. Man kann sehr gut zweimal backen.

2. Den Ofen auf 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

3. Die Eier mit dem Zucker und dem Salz schaumig rühren, bis die Eiermasse ganz hell ist. Öl und Buttermilch hinzufügen und kurz bei niedriger Stufe einrühren. Zitronenschale und -saft dazugeben.

4. Mehl, Stärke und Backpulver separat mischen und in die Eiermasse hinein sieben. Ganz kurz bei niedriger Stufe einrühren.

5. Den Teig auf die beiden Formen aufteilen bzw. die Hälfte des Teigs in eine Form geben und die andere Hälfte des Teigs zur Seite stellen und später backen. Da es schön gleichmäßige Böden werden sollten habe ich den Teig abgewogen um ihn genau aufzuteilen.

6. Im Ofen etwa 20-25 Minuten backen. Einfach eine Stäbchenprobe machen. Den bzw. die Boden aus der Form nehmen und gut abkühlen lassen. Ggf. nun den restlichen Teig in die neu gefettete und mit Backpapier ausgelegte Form geben und backen. Beide Böden, wenn sie kalt sind, jeweils waagerecht teilen. Das geht mit einem Brotmesser sehr gut.

Gefüllt wird die Torte mit Lemon Curd. Ich wollte wirklich genügend davon haben und habe definitiv viel zu viel gemacht. Ich gebe Euch jetzt einmal das Rezept für die Hälfte, was noch immer mehr aus genug sein dürfte.

Zutaten:

150 ml Zitronensaft und Abrieb der dafür benötigten Bio-Zitronen (3-4, je nach Größe)
3 Eier
150 g Zucker
1 TL Stärke
40 g Butter

Zubereitung:

1. Die Zitronenschale abreiben und den Zitronensaft auspressen.

2. Zitronensaft und -schale, Eier, Zucker und Stärke mit einem Schneebesen verrühren.

3. In einen kleinen Topf gießen und auf dem Herd auf mittlere Stufe erhitzen und dabei ständig rühren. Das Lemon Curd darf keinesfalls kochen. Nach einer Weile, etwa 10 Minuten, dickt das Lemon Curd spürbar an.

4. Direkt durch einen Sieb streichen und etwa 5 Minuten ruhen lassen, dann die Butter einrühren. In Gläser füllen und zur Seite stellen.

Wie bereits erwähnt ist die Verwendung von Buttercreme bei einer Torte mit Lemon Curd-Füllung wichtig, wenn man sie mit Fondant auskleiden möchte. Ob französische, italienische oder deutsche Buttercreme ist egal und man könnte auch Ganache stattdessen nehmen. Allerdings finde ich Schokolade zu Lemon Curd selbst nicht so gut und habe mich daher für die deutsche Buttercreme entschieden. Auch hier war ich übervorsichtig und habe viel zu viel gemacht. Auch hier gebe ich Euch also die halbe Menge, was ebenfalls noch immer mehr als genug sein dürfte.

Zutaten:

330 ml Milch
65 g Zucker
Mark einer halben Vanilleschote
1 Prise Salz
30 g Stärke
2 Eigelbe

210 g weiche Butter
Mark der anderen halben Vanilleschote

Zubereitung:

1. Etwas der Milch mit Zucker, Vanille, Salz, Stärke und den Eigelben in einem Topf verrühren, dann die restliche Milch zufügen.

2. Den Topf auf dem Herd bei mittlerer Hitze erwärmen und dabei ständig rühren, bis die Masse leicht kocht und spürbar angedickt ist. Fertig ist ein leckerer Vanillepudding (ja, so einfach macht man selbst Vanillepudding, ohne Tütchen).

3. Den Pudding sofort umfüllen und mit Frischhaltefolie direkt über dem Pudding abdecken (so entsteht keine Haut!) und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

4. Die zimmerwarme Butter mit einem Handrührgerät weißcremig rühren.

5. Den abgekühlten Pudding durch ein feines Sieb streichen, um mögliche Klümpchen zu entfernen. Das ist zwar mühsam, lohnt sich aber.

6. Dann nach und nach den Pudding in die Butter rühren. Das restliche Vanillemark unterrühren. Anschließend kann die Buttercreme direkt als Tortenfüllung oder Cupcake-Topping verwendet werden.

So, nun erkläre ich Euch, wie ich die Torte bis hierher zusammengebaut habe. Zur Fondant-Verzierung sage ich später noch etwas.

Wir haben nun vier Tortenböden, einen Topf Buttercreme und ein Glas oder eine Schüssel voll Lemon Curd. An Materialien braucht man eine Tortenplatte, am besten ohne Rand, einen Spachtel zum Verteilen der Masse und am besten einen Spritzbeutel zum Auftragen der Buttercremeränder.

1. Den ersten Boden auf die Tortenplatte legen.


 2. Einen Rand Buttercreme aufspritzen. Der soll die innere Füllung davor bewahren, nach außen zu geraten bzw. das Fondant später davor schützen, dass es mit der Füllung in Berührung kommt.


3. Dann mehrere Löffel Lemon Curd auf dem Teig verteilen.


4. Im Grunde werden die Schritte 1.-3. nun stets wiederholt: Boden auflegen, Kreis aus Buttercreme aufspritzen, Lemon Curd-Füllung verteilen.



 ...


5. Dann die Torte rundherum einmal dünn mit Buttercreme bestreichen und für eine halbe Stunde kalt stellen.


6. Dann eine weitere Schicht Buttercreme auftragen.


Im Grunde ist die Torte nun fertig und kann nach Lust und Laune verziert werden. Für die Verzierung habe ich Rollfondant verwendet und mich ganz klar an einer von Sallys Torten orientiert. Sie hat ein tolles Video gemacht, in dem sie die einzelnen Schritte erklärt. So habe ich den Teddy, die Torte, den Ballon und die Kekse geformt, die Geschenke habe ich dann selbst geformt. Bei der grundsätzlichen Dekoration der Torte habe ich es schlichter gehalten und mich an den Farben meiner Tortenplatte orientiert: rot und weiß.

Zutaten:

Rollfondant braun mit Schokoladengeschmack: 200g
Rollfondant rot: 200 g
Rollfondant weiß: 800 g (die ich nicht ganz verwendet habe).

Zubereitung:

1. Für die weiße Tortendecke rund 800 g weißen Fondant mit Puderzucker ausrollen. Eventuell muss man das Fondant vorher weichkneten. Ich habe mich sehr bemüht, das Fondant gleichmäßig und nicht zu dick auszurollen, 3-5mm. Das Fondant soll natürlich nicht reißen, aber das muss man einfach ausprobieren. Ich habe das für mein Empfinden fertig ausgerollte Fondant einfach vorsichtig angehoben um zu schauen, wie es sich anfüllt, ob es droht zu reißen und zu lernen, wie ich es anfassen kann.

2. Mit der (sehr groß ausgerollten) Fondant-Decke die Torte auskleiden. Es so groß ausgerollt zu haben hat den Vorteil, dass man es nicht hundertprozentig mittig und perfekt passend auflegen muss und genug Rand hat. Der Nachteil ist natürlich, dass man viel Fondant übrig hat. Das war es mir aber wert!


3. Das Fondant rundherum gleichmäßig andrücken und glattstreichen.


4. Den überstehenden Rand nun vorsichtig abschneiden, weiter andrücken, weiter abschneiden und andrücken, bis es passt.


5. Nun kann man sich austoben. Ich habe aus dem roten Fondant einen tellergroßen Kreis ausgerollt, in den ich mit einem kleinen Kreisausstecher regelmäßig Löcher gestochen habe. Die ausgestochenen roten Kreise habe ich dann auf der Torte verteilt und noch einige weitere ausgestochen und verteilt, bis mir das Muster gefiel.



6. Dann habe ich meine vorbereiteten Fondant-Verzierungen probehalber aufgesetzt um zu sehen, wie alles passt. Da ich die Torte allerdings mehrere hundert Kilometer transportieren musste, habe ich diese teilweise wieder abgenommen, separat mitgenommen und erst am Zielort wieder aufgesetzt.



Zum Schneiden und Servieren wurden Bär und Ballon dann auch wieder abgenommen. Sie wurden nicht mitgegessen, sondern aufgehoben. Alles andere, Geschenke, Kekse und Törtchen wurden mitgegessen. Geschnitten habe ich übrigens selbst, damit meine Punkt-Stück-Berechnungen auch aufgehen. Beim Schneiden hat man dann auch deutlich gemerkt: Das Lemon Curd, das am Messer hing und die Fondantschicht berührte, hat sofort begonnen das Fondant anzugreifen und aufzulösen. Die Sorgfalt beim Abdichten der Torte mit Buttercreme war also absolut nötig!



Ich war mit der Torte auf jeden Fall richtig zufrieden und ich habe viele liebe Worte dazu bekommen. Und mein kleiner Bruder? Da er davon nicht wirklich etwas mitbekommen hat, muss ich ihm wohl einfach immer wieder tolle Torten backen.

Alles Liebe von mir!
Eure








2 Kommentare:

  1. Oh Wow sieht der Kuchen toll aus! Und die Füllung kann ich mir auch superlecker vorstellen! Wirklich wahnsinn, was du für einen niedlichen Kuchen gezaubert hast!!

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  2. Danke für Deinen lieben Kommentar, das freut mich! : )

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